Ein echtes Unikat, BMW Motorrad Rallye Maschine aus der Dakar und Pharaonen-Rallye

Die Paris-Dakar BMW mit seinem Besitzer Renzo bei der Abholung

Es kommt nicht häufig vor, dass man eine echte Rallye BMW aus vergangener Zeit in die Firma bekommt. Renzo hat mich mit seiner BMW Motorrad Rallye in Üchtelhausen besucht. Die Rallye BMW hat ein paar Stunden die SWT-SPORTS KUR genossen. Die Geschichte der Rallye- BMW ist sehr interessant. Findanno ist ein leidenschaftlicher Offroadfahrer. Er nahm 1980 an der Dakar, Pharaonen-Rallye, den Sixdays und vielen weiteren Rennen teil. Er ist der erste umbrische (ITALIEN) Fahrer der zwischen 1970 und 1995  regelmäßig an Rennen in Italien und Europa teil nimmt. Dabei war Findanno auch immer wieder sehr erfolgreich! Im Frühjahr 1984 war er einer der ersten, die als Werkfahrer an der Paris – Dakar teilnahm. Er fuhr auch in den weiteren Jahren die Dakar mit. Dabei waren seine Ergebnisse immer recht sehenswert. An einem dieser Dakarteilnahmen war er auf dieser wunderschönen BMW Motorrad Rallye am Start.

Sehr Schlanke Form und absolut Zweckmäßig
Der Rahmen wurde speziell für den Einsatz aus leichtem Stahl geformt
Die Gabel fand erst später ihren Platz im EnduroBoxer

Für Renzo war es ein großes Glück, dieses wunderschöne Rallye Bike nun sein Eigen zu nennen.

Der Anlasser wurde auch nachgerüstet, im Sporteinsatz wurde gekickt

Die Findanno BMW hat einige sehr interessante Modifikationen.

Mit moderner Scheibenbremse am Hinterrad
Der Luftfilterkasten wurde damals speziell angefertigt.

Schon der Rahmen ist eine Spezialproduktion. Der Tank und die Verkleidung wurde aus GFK hergestellt. Der Luftfilterkasten ist ein Kohlefaserprodukt. Auch der Boxer – Motor war damals schon ein Kurzhuber mit fast 900 ccm. Das Hinterrad verzögerte die Geschwindigkeit schon mit Bremsscheibe, während zahlreiche Gegner noch mit Trommelbremsen arbeiteten. Der Anlasser wurden von Renzo nachgerüstet. Er fühlt sich auf Grund seines Alters nicht mehr gezwungen, eine so hubraumstarke Maschine zu starten. Technisch ist der Rallyeboxer ein richtiger Hingucker. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich die Bekanntschaft machen durfte.

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SimpelandAway – Die Reise geht weiter…

Kurz vor der Grenze in neue Abendteuer

SimpelandAway – Die Reise geht weiter… Ania und Max haben Lesotho bereist. Die Strecke war sehr offroadlastig. Lesotho, das Land ist als „Kingdom in the Sky“ bekannt.

Höchst gelegener Pup in Afrika

Diesen Titel erhält dieses kleine Land nur, da der tiefste Höhenpunkt auf 1400 Meter liegt. Max erzählte uns wie gut ihm das OFFROADFAHREN hier gefallen hat.

Zwei unterschiedliche Fortbewegungsmittel

Die Einheimischen zeigten immer wieder starkes Interesse an der BMW. Sowas bekommt man hier nicht zu sehen. Auch die Reiseziele und die weiteren Vorhaben der beiden wecken hier reges Interesse. Die Kinder warten am Wegesrand und freuen sich riesig über ein paar Süßigkeiten.

Das Interesse der Einheimischen ist immer auf ihrer Seite

Den legändere 4×4 Sanipass haben die beiden bergab bezwungen. Die SWT wurde hier auf Herz und Nieren getestet. Permanent ging es hier steil bergab. Der Track war sandig und steinig, was das Fahren nicht erleichterte. Enge Serpentinen erlaubten keine Beschleunigung, sodass nur im absoluten Schritttempo gefahren werden konnte.

Das war eine Abfahrt

Nach Lesotho ging es weiter nach St. Lucia, wo die Nielpferde frei auf den Straßen laufen konnten und man super Walen zuschauen konnte.

Beim TANZ

Nach einem kurzen Besuch in Swaziland, wo wir erstmals den Einheimischen beim Tanz zusehen durften, ging es weiter zum Kruger Nationalpark. Der Krüger Nationalpark ist verdammt sehenswert. Hier kommt man den Tieren erschreckend nache.

Eine wunderbare Aussicht

Letzter Pitstop bei der BMW in Polokwane, hier wurde an der R 100 GS ein Service druchgeführt. Ja, die ersten 10000 km nach der SWT-Kur sind schon runder.

Ein Traumurlaub für die beiden Reisenden

Für Ania gab es Offroad Fußrasten. Jetzt hat die Sozia auch keine Ausreden mehr wenn es wieder mal rutschig ist oder steil bergab geht. Bei dem BMW Motorrad Händler haben die zwei auch Bossie Bossman kennen lernen dürfen. Dieser wurde an Ort und Stelle von beiden interviewt. Bossie Bossmann hat Africa drei Mal alleine mit seiner BMW Motorrad F800GS bereist und ist insgesamt über 360.000km gefahren.

Auf diesem Untergrund haben es die MEFO´s nicht leicht

Neben vielen positiven Erfahrungen hatte er auch ein paar Horrorgeschichten auf Lager. Dann ging es die letzten paar 100km via Pretoria zur Haupstadt Gaberone in Botswana. Von dort aus planen sie eine direkte Überquerung der sandigen Makadikadi Salt Pans. Zu dieser Jahreszeit sollte es trocken sein, aber sehr viel Pudersand geben. Der Motorradreisende Bosmann konnte ihnen ein paar mögliche Routen aufzeichnen, da es in dieser Wüste keine Straßen oder festen Wege gibt.

Eine wunderbare Strecke

Wir sind gespannt ob oder wie weit die beiden es schaffen. Sie bleiben positiv, reduzieren Reifendruck und gehen vollgas voran.

Zum Youtube Kanal von SIMPLEandAWAY

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Acerbis Baja Hinterradkotflügel, die legale Lösung für den Klassiker

Schutzbleche für die klassische Sport- und Reiseenduro gibt es viele auf dem Markt, doch nicht alle können legal auf der Straße gefahren werden. Mit dem Acerbis Baja Hinterradkotflügel verhält sich das eigentlich genau so, da er im Ursprünglichen keine Zulassung für den Straßenverkehr hat. Der Kotflügel wird mit einer roten Lichtabdeckung ausgeliefert, diese hat jedoch keinen Reflektor und auch keine Nummernschildbeleuchtung.

Doch mit der DUAL-SPORT Nummernschildplatte wird der Sportkotflügel, der früher auf den KTM, Husqvarna und vielen weiteren Sportenduros verbaut wurde, legalisiert. Angeschraubt hat das Nummernschild den richtigen Winkel und das Rücklicht ist tüvkonfrom.

Die Montage der Rücklichtplatte ist total simpel, sie ersetzt sozusagen das ursprüngliche Rücklicht des Baja Kotflügels. Das Endergebnis kann sich sehen lassen….

Hinterradkotflügel BAJA

Dual-Sport Rücklicht

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SIMPLEandAWAY – Der Weg geht weiter

In Afrika kann es schon ganz schön kalt sein !!!

Die beiden Weltreisenden sind immer noch im Süden Afrikas unterwegs. Die letzte Woche verbrachte das Pärchen in Lesotho. Sie waren in diesem kleinen Land fast 3000 km ausschließlich OFFROAD unterwegs.

Das Schrauben gehört zum Fahren ?!

Dort trafen sie auf wenig bis gar keinen Verkehr. Die örtliche Fortbewegungsart scheint zu Fuß oder mit dem Pferdefuhrwerk zu sein. Das Land, das zu einem der kleinsten Afrikas gehört, hat nur 30.355 km² Fläche. Im Volksmund wird es „Kingdom in the Sky“ genannt, da der tiefste Punkt schon auf über 1400nn liegt.

Eine traumhafte Landschaft

Max teilt uns mit, dass dieses Land von allen Ländern, die er schon bereist hat, die besten und beeindruckensten Offroad-Passagen zu bieten hatte. Obwohl hier in Lesotho wahrscheinlich die ärmsten Menschen der Welt leben, wirken diese völlig ausgeglichen und glücklich. Die Kinder freuen sich riesig über ein paar kleine Süßigkeiten.

Nach etwas OFFROAD wirkt der Boxer schon anders !!!

Das landesübliche Essen schmeckt den beiden Reisenden super, sie schwärmen öfters davon. Auch Zelten und Übernachten kann man hier fast überall, doch in den Nächten wird es in dieser Höhe meist unangenehm kalt. Da wünscht man sich ein warmes Bett oder einen dicken Winterschlafsack.

Fast wie eine Studienreise, es gibt immer was zu lernen.

Momentan sind die beiden in St. Lucia, in einer Hafenstadt mit nur etwa 1100 Einwohnern und versuchen, sich ein paar Ersatzschläuche für die Reifen zu organisieren. Auch soll es hier Nilpferde zu sehen geben. Das wollen sich beide natürlich nicht entgehen lassen. Das nächste Ziel auf der Liste ist dann Swaziland. Von dort aus wollen die Max und Ania mit ihrer BMW R 100 GS am Kruger Nationalpark entlang in Richtung Norden fahren. Das Ziel soll Botsuana sein. Mal schauen was den beiden dazwischen noch alles tolles passiert. Wir drücken die Daumen und freuen uns, dass die SWT-SPORTS Umbau Nr. 92 so artgerecht bewegt wird.

Gute Aussichten, Inspektion am Boxer

LINK zum Youtube-Film

Youtube Kanal von Simpelandaway
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Africa mit der SWT-SPORTS R 100 GS

Die SWT-SPORTS R 100 GS in einer eindrucksvollen Umgebung
Max und Ania genießen die Aussicht auf die Giraffen

Ania und Max machen weiter mit ihrem Trip durch Südafrika. Auf ihrem INSTAGRAM – Kanal posten die beiden fleißig aus dem Süden Afrikas.

Meeting zwischen Motorradfahrern

Sie leben gerade ihren Traum, eine Reise durch Afrika. 

Bei der Arbeit

Wo es wirklich hingehen soll ist den beiden augenscheinlich nicht ganz klar! Sie leben in den Tag und möchten so viel wie möglich erleben.

Einfach Eindrucksvoll
Wow, was für ein Ausblick

Wir verfolgen ihr Treiben weiterhin aufmerksam und werden hier berichten.

Zum  INSTAGRAM Account von ANIA und MAX

Bericht 2 von Simpelandway

Bericht 1 von Simpelandway

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Afrika mit der BMW R 100 GS –SIMPLEandAWAY

Eine wunderschöne Kulisse

Ania und Max sind jetzt schon eine Weile, mit der SWT-SPORTS Nr. 92, auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs. Ihre ehemaligen Wahlheimat Schweiz haben die beiden ihr Leben komplett aufgegeben.

Traumhafte Natur und wunderschönes Meer, was können sich die beiden Reisenden mehr wünschen?

Nach der Ankunft in Kapstadt ist ihr einziges Ziel Afrika von allen seinen Seiten kennen zu lernen. Die Beiden sind ohne Karte und ohne geplante Route unterwegs.

Manchmal stundenlang ganz alleine auf der Piste
Kurzer Ausflug ins Offroad

Sie verlassen sich da voll auf die Empfehlungen der Einheimischen und Tipps von Reisenden die sie unterwegs kennen lernen. Somit können sie jederzeit anhalten und einfach den Platz an dem sie stehen genießen. Sie könne den Kontakt mit den Leuten pflegen und sich die geheimen Tipps anhören. 

Traumhafte Impressionen
Die SWT-SPORTS GS kann auch ins Gelände!

Gerade sind sie in der Karoo – Wüste und navigieren stetig in Richtung Mocambique. Doch wann sie dieses Ziel wirklich erreichen ist nicht sicher. Danach soll es weiter nach Esawtini, Botsuana und Zambia gehen, doch davon werden wir euch in einem weiteren Bericht erzählen.

Bericht EINS von den beiden Reisenden…

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Hönnetrail – Endurofahren für den guten Zweck

Hönnetrail 2019 der Film von GS-Kutscha

Der Hönnetrail bei Balve im Sauerland ist jetzt schon seit einiger Zeit immer unser persönlicher Saisonstart. Hier treffen sich etwas über 100 Endurofahrer die neben dem reinen Fahrspaß noch etwas Gutes tun wollen. Die Erlöse aus diesem Endurotreffen mit Training oder freiem Fahren in einen benachbarten Steinbruch werden komplett für den wohltätigen Zweck verwendet. Der Steinbruch bietet für jeden was, neben den Anfängern und den Fortgeschrittenen können auch gute Enduristen hier ihren Spaß haben. Doch einen Platz bei diesem Event zu erhaschen ist seit einigen Jahren schon nicht mehr leicht. Nach ca. 20min waren online alle Plätze vergeben. Wir, der GS-Kutscha und Elmar und ich sind sehr froh, dass wir ein Teil dieser tollen Veranstaltung sein durften!!! In diesem Clip könnte ihr einen Eindruck vom Hönnetrail bekommen….

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Simpleandaway – Ein Lebenstraum mit der BMW R 100 GS

Der SWT-SPORTS Umbau Nr. 92 beim Abholen an der Werkstatt von SWT-SPORTS. Kurz vor der Abreise nach Afrika
Anja und Max bei der Abholung ihres Globetrotters in Üchtelhausen bei SWT-SPORTS

Max und Ania haben sich bei einem Urlaub in Ägypten kennen gelernt.

Gerade erst zusammengebaut und schon im Einsatz in Afrika. Hier kann die SWT-SPORTS Nr. 92 zeigen was sie kann.
Der SWT-SPORT – Umbau Nr. 92 im Einsatz in Afrika

Der IT-ler und die Englischlehrerin hatten sich prompt in einander verkuckt. Als Max seine erste große Weltreise mit seiner BMW R 100 GS unternahm, stieg Ania, die damals in Australien war, einfach mal in China
zu. Ein Travel-Paar war geboren.

Die SWT-SPORTS BMW Nr. 92 wird Stück für Stück zusammen gesteckt. Eine neue SWT entsteht. Das Ideale Bike für eine Weltreise.
Der Arbeitsplatz von MAX, er hat sein Bike mit viel Liebe und etwas Hilfe von SWT-SPORTS zusammengebaut.
Episode 1 von Ania und Max  – Simpleandaway

 Nun war es wieder an der Zeit, Max und Ania haben einiges angespart und
wollen erst einmal den afrikanischen Kontinent bereisen. Dann soll es,
wenn es das Geld und Material zulässt, in Richtung Südamerika weiter
gehen.
Als die Abreise immer näher kam und Max plötzlich realisierte, dass noch
einiges an seinem Begleiter der BMW Motorrad R 100 GS zu tun ist, kamen
wir ins Spiel.

Dieser Unfall war der Grund für die Rahmenverstärkung. Der BMW Motorrad Rahmen war nach dem Unfall völlig verzogen.
Einen kleinen Moment nicht aufgepasst und schon war die Kiste im Dreck!

 Die betagte BMW wurde zerpflückt, der durch einen Unfall verzogenen
Rahmen gerichtet und verstärkt. Der Motor mit  neuen Ventilen und
Nockenwelle sowie vielen weiteren Kleinteilen wieder fit gemacht. Der
HPN – Reisetank sorgt für eine ausreichende Reichweite.
Das Motorrad bekam eine neue Kupplung, ein überholtes Getriebe und viele weiter Gimmigs.

Die SWT-SPORTS BMW R 100 GS Nr. 92 war gerade erst zusammen gebaut. Danach folgte die erste Probefahrt.
Kurz nach dem Zusammenbau und vor der ersten Probefahrt. Die SWT-SPORTS Nr. 92 ist gebohren.

Wir begleiten die beiden Weltreisenden via Instagram  und möchten immer
wieder einen kleinen Bericht veröffentlichen.

Der Folierer vollendet sein Kunstwerk. Nach der Beklebung sieht das Bike richtig wild und gar nicht mehr langweilig aus.
Die Beklebung wird auf den frischen Lack gezogen. Danke an C. Seufert von CS-Folienart für das tolle Design!
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Schaltgabeln für BMW Motorrad 2-Ventil Boxer wieder lieferbar

Schaltgabel 1. und 2. Gang + 5. Gang BMW Motorrad


Eine ganze Weile lang mussten wir uns bei der Revision eines 2V BMW
Motorrad Boxer Getrag Getriebes mit gebrauchten Schaltgabel aushelfen. Nun wurde hier Abhilfe geschaffen und die Gabeln für die Schaltung des 1 + 2 Gang und des 5 Gang neu aufgelegt.
Dank dieser Neuproduktion der Getriebeteile können wir Ihnen jetzt nun
diese Schalteinheiten wieder liefern.
Die Schaltbügel sind in einer sehr guten Qualität und entsprechen in
der Form und Dimension dem Original.
Die Teile passen an folgende BMW Motorrad Modelle.

Link zur Schaltgabel 1 + 2 Gang

Link zur Schaltgabel 3 + 4 Gang

Link zur Schaltgabel 5 Gang

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PRESTON PETTY PRODUCTS History

PRESTON´S Plastik auf der SWT-SPORTS BMW

Preston Petty war schon als junger Mensch begeistert vom OFF-ROAD-Fahren. Er liebte den Sport und die Freiheit, die er mit sich brachte. Auch die Menschen, die mit dem Sport zu tun hatten, begeisterten ihn. Für ihn war das Rennenfahren immer sehr viel Freiheit und Spaß. Sein Geld verdiente er schon in den späten 50ern mit der Arbeit an Computern, die damals die Größe von kleinen Häusern hatten.

Preston Petty mit seiner Yamaha

Er war damals selbstständig und ausgezeichnet auf seinem Gebiet. Er war Autodidakt. Es gibt Gerüchte, dass Steve Jobs von APPLE sich auch schon an Preston gewandt hatte. Der Auftrag sollte damals ein Design für einen tragbaren Computer sein, doch Preston dankte ab. Er war der Auffassung, dass der Computer zu grob sein würde und so nicht funktionieren könne. Sein Hobby war immer noch das Leben mit und um den Motorsport.

Preston Petty in Action

Preston hatte die einzigartige Idee von Kotflügeln, die nicht brechen können. Sie sollten elastisch und stabil zugleich sein. Die ersten Formen hat Preston selbst gemacht. Er baute damals seine eigenen Fertigungswerkzeuge.

Preston beim Test der Kotflügel

Auch die Produktion seiner Produkte übernahm er selbstständig. Als das Geschäft immer mehr Zeit von ihm forderte und er nicht mehr mit der Arbeit hinterher kam stellte er Mitarbeiter zur unterstützung ein. Carl Cranke war einer der engen Mitarbeiter von Preston. Anfangs war die Produktion der Kotflügel noch in Los Angeles. Anfang der späten 60er konnten hier die Produkte hergestellt und verkauft werden.

Beim Rennen in Ascot 1960

Doch kurze Zeit später mussten größere Gebäude her. Die Firma PRESTON PETTY zog nach Newberg in Oregon.

Preston und der neue Besitzer von PRESTON PETTY PRODUCTS Paul Stannard

Seit 2010 werden die Preston Petty Kotflügel, Lichtmasken und Nummerntafeln wieder produziert. Die ersten Produkte wurden noch in Aluminiumformen hergestellt, doch diese können schnell verschleißen und das Endprodukt ist nicht mehr so hochwertig. Dank größerer Investitionen konnten 2015 Stahlwerkzeuge zur Produktion der Kotflügel angeschafft werden. Jetzt musste auch die Auflage der Fender gesteigert werden. Nur so konnten die Kosten für Werkzeug und Herstellung wieder amortisiert werden. Durch diese neuen Werkzeuge konnten ganz neue Oberflächen mit viel besserem Finish in einer viel kürzeren Zeit produziert werden. Einige dieser Spritzwerkzeuge wurden in Italien und andere in Kalifornien eigens für Preston Petty Products gefertigt. Die ständige Kontrolle der Qualität der Produkte war damals die wichtigste Aufgabe.

Preston Petty auf der Baja i Einsatz mit HONDA CR 125 M

Doch einer der wichtigsten Schritte für den Erfolg der Firma war und ist die Zusammenarbeit mit POLISORT Offroad in Portugal. Dank dieser engen Beziehung konnten und können die Qualität eingehalten und der weltweite Vertrieb gehandhabt werden. Das Design der Produkte ist geschützt und der Markt wird gemeinsam überwacht. Laut Paul Stannard, Besitzer von PRESTON PETTY PRODUCTS, war dieser Entschluss die neuen Formen und die Arbeit mit Polisport der beste Schritt seit der Wiedereinführung der PP Artikel im Markt.

Frühstück mit  Pedro Araujo ( CEO Polixport ), Paul Stannard, Ken Smith ( VMX Magazin ), Peter Starr, Preston Petty

Doch warum stellt man eigentlich in der heutigen Zeit Kotflügel – Fender aus den 60ern wieder her? Ganz einfach, es gab fast keine OEM PRESTON PETTY Fender mehr am Markt. Für die einigen Wenigen die noch neu zu haben waren, wurden auf Auktionsplattformen bis zu 200 Dollar geboten. Heute sind die Produkte besser denn je. Die Formen und neue Kunststofftechniken ermöglichten, dass das Produkt heute dem Original überlegen ist. Doch Preston ist bei dieser Evolution nicht außen vor. Bevor hier Änderungen getätigt werden, bekommt er Proben des Produktes und er kann uns seine Meinung dazu geben.

Diese Werbung hat schon ein paar Jahre hinter sich, doch die PRESTON PETTY PRODUCTS gibt es immer noch!

In Kürze wird es auch neue Griffgummis von PP gaben. Die Neuproduktion ist eine Neuauflage seiner „WORKS GP Griffe“. Hiermit will PP das geniale Programm aus dem Ursprung des Motocross und Endurosports noch etwas abrunden. Damals waren viele Motorräder mit den Kotflügeln von Preston Petty ausgestattet. Prestons Konzept war es, die Radabdeckungen so zu bauen, dass sie an möglichst viele Motorräder passen.

Klassische Werbung für die PRESTON PETTY PRODUCTS

Wer damals Preston Petty Products als Erstausrüstung benutzt hatte ist heute schwer zu sagen. Damals entstanden viele der Enduro – und auch Motocross – Motorräder in Eigenregie oder in kleinen Serien. Wir wissen jedoch, dass die Teile von Preston auf Hodaka , Rokon , Yamaha DMS TT 500 , Husqvarna- Malcolm Smith’s bikes , Rond , Ancillotti , Cimatti , Simonini , Hercules , Ossa , Can Am , Penton , CZ , Gori und einigen BMW Motorrad Enduro´s verbaut waren. Wir sind stolz, dass wir diese Produkte von Preston im Programm haben und freuen uns immer, wenn wir dadurch zur Erhaltung der Vintage und Klassikszene beitragen können.

Der EnduroBoxer von SWT-SPORTS mit Presto Petty Products

Link zu den PRESTON PETTY PRODUCTS im SWT-SPORTS Shop…

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WP 40mm USD Gabel in der klassischen Enduro

SWT-SPORTS Boxer mit WP 40 mm USD Gabel

WP 40mm USD Gabel in der klassischen Enduro Wir sind bestrebt, unseren Kunden beim Bau einer Enduro, auch wenn es eine mit klassischer Optik sein soll, immer zu einer WP 48 mm USD Gabel zu raten. Diese sind neuer, oft nicht so verschlissen und der Ersatzteilmarkt ist viel größer. Doch einige unserer Kunden sind auf die Echtheit ihres KRAD´s bedacht und wollen die originale oder zeitgemäße Optik beim Umbau weiterhin erhalten. So stehen wir vor einem Problem, denn hier geht es nicht einfach mit einem Wechsel aus. Die BMW Motorrad Umbauten oder klassischen Einzylinder müssen natürlich auch weiterhin ihre Wartungen und Reparaturen durchführen. Gerade wenn die Ersatzteile teurer werden und es immer schwieriger wird, diese zuverlässig zu bekommen, ist eine gute Pflege noch viel interresanter. Um Ihnen bei der Durchführung Ihres Umbaus oder der Pflege Ihres bestehenden Bikes vernünftig zu helfen, haben wir einige Ersatzteile für die 40mm Gabel auf Lager gelegt.

Gabelschutz für die klassischen 40 mm USD Vorderrad – Gabeln von WP

Angefangen vom richtigen Gabelschutz von UFO PLAST, der die Gabel erfolgreich vor Steinschlägen schützt.

Staubkappe für die WP 40 mm USD Gabel
Simmering für die WP40mm USD KTM Gabel

Doch auch Simmeringe und Staubkappen für den Ölservice der Vorderradgabel haben wir führend.

Führungsbüchse für die WP USD Gabel
Gleitbüchse für die WP 40 USD Gabel

Falls der Verschleiß schon vorangeschritten ist und die Gabel schon Verschleiß in den Führungen zeigt, können wir hier mit den Führungsbüchsen bzw. Gleitbüchsen für Tauchrohr und Standrohr weiter helfen. Wir gehen natürlich nicht davon aus, dass jeder einfach eine solche Motorradgabel von WP einfach zerlegen kann.

SWT-SPORTS BMW Boxer Umbau Nr. 73 mit WP 40mm USD Gabel

Wer sich dabei überfordert fühlt, der kann seine Gabel auch zu uns zum Kundendienst oder zur Reparatur senden. So kann dann auch Ihr Klassiker ein richtiger und optisch originaler sein. Bei Fragen zögern Sie nicht und schreiben Sie uns einfach.

Gabelöl von ROCKOIL  für USD Gabeln

LINK zu den WP 40 mm Gabelteilen im Shop…..

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Upgrade für SWT-SPORTS ReiseBoxer Nr. 34

SWT-SPORTS BMW Motorrad Boxer

Der SPORTBOXER von Reinhard nach seinem Upgrade

Die SWT-SPORTS BMW Motorrad Reiseenduro von Reinhard

Der SWT-SPORTS Umbau Nr. 34 auf dem Motorsportgelände des MMC Schweinfurt

Einfahrt ins Gelände, auch als Reiseboxer war ist sie sehr geländegängig

Ein absolut geländetauglicher EnduroBoxer !!!

SWT-SPORTS no 34 im Einsatz

Spass mit dem Boxer

Mit der SWT-BMW im Dreck

Der Boxer kann mehr als man ihm zutraut!

Mit der SWT-SPORTS Nr. 34 im Gelände

Auch das Fahrwerk arbeitet super, der Federweg wird maximal ausgenutzt

Bericht 2015
http://blog.swt-sports.de/index.php/eine-weitere-swt-sports-bmw-motorrad-enduro-wird-nun-im-dreck-bewegt/
war von Beginn an ein sportliches Bike,

Mit schlankem Tank und G/S Sitzbank

Die SWT-SPORTS BMW GS nach dem Upgrade 2019

doch was Reinhard mit Tank , Sitzbank und Heck jetzt zusammen gesteckt hat ist der Hammer!
Die BMW R 80 GS mit dem Bergblumigen Boxer sieht nochmal viel schlanker und böser aus. So stell ich mir eine Neuauflage von BMW vor.

SWT-SPORTS Umbau Nr. 34

Die UFO Lichtmaske und der Acerbis Nost Kotflügel machen eine sportliche Linie

Zum SWT-SPORTS Umbau Nr. 34

Zum Bilderalbum SWT-SPORTS Nr. 34

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Hennings Klassik-Geländesport BMW Motorrad R 100 G/S

G/S Look auf BMW Motorrad R 100 G/S Basis

Die SWT-SPORTS Enduro von Henning, er mag es klassisch, deshalb der G/S Look.

BMW R 100G/S mit Rahmenverstärkung

Hennings BMW R 80 G/S Replika mit SWT-SPORTS Rahmenverstärkung

„…Das ist wie mit ne Olle, man kann mal dieses Modell fahren oder mal  jenes, maln sportliches oder nen Oldtimer, kannste dir auch mal nen  Fahrzeug ausleihen, scheiß egal oder vielleicht benötigt man ja auch mal einen Kleinbus, hm fürn Ausflug odern Umzug oder so. Aber…!
Du brauchst ein Fahrzeug was zu dir passt… mit Stil, eins mit Charakter- verstehste?
Ein Baby ! zum Liebhaben. Du musst es pflegen, streicheln, tanken auch Geld reinstecken, son Baby will unterhalten werden!
Aber, dafür bleibt es vielleicht auch bis zum Ende Deines Lebens bei  Dir- Dein Eigentum!
Weißte wieviele Fahrzeuge ich in meinem Leben gefahren habe? Die meisten habe ich doch alle zu Schrott gefahren, das war mir doch ganz egal. Aber der hier… in den hier … hab ich mich sofort verliebt.“
Zitat: Kalle Grabowski aus dem Film Bäng Boom Bäng.

Hennings Bike mit schmalem Tank

Henning, der neben seiner BMW noch mit seiner modifizierten Triumph Thruxton seine Zeit verbringt, hat von ca. zwei Jahren mit diesem SWT-SPORTS EnduroBoxer begonnen. Das Bike sollte im klassischen Stil der R80G/S auftreten. Doch technisch musste es noch etwas solider oder moderner werden.
So diente ein stabiler R 100 GS Rahmen als Basis für seinen Traum vom Geländesport Boxer.

SWT-SPORTS Umbau Nr. 73 mit Rahmenverstärkung und langer Schwinge

Verstärkter Rahmen mit langer Schwinge beim SWT-SPORTS Umbau Nr. 73

Der Stahlrahmen wurde an mehreren Stellen durch Knotenblech ausgesteift.
Auch die Schwinge des Boxerprojekts wurde modifiziert. Sie erhielt eine 10cm Verlängerung mit Querstrebe. Für die richtige Dämpfung sorgt ein Wilbers Paralever Federbein, das extra für dieses Projekt umgebaut wurde.
Die 18“ Reifen sitzen in einer 3“ Felge, die auf der Trommelbremse der R80G/S – ST Modelle gespeicht ist.
Der Winkeltrieb entstammt einer BMW Motorrad R 80 G-Strich-S.  An der Front arbeitet eine gebrauchte HPN WP USD Gabel mit 40mm Stärke und 300mm Federweg.
Sie führt sicher und zuverlässig ein 1,6 x 21 Vorderrad. Die Bremsanlage stammt aus dem Hause BREMBO Italia.
Über dem UFO Kotflügel leuchtet ein moderner R-NineT/ Urban GS Scheinwerfer samt Verkleidung den Weg aus. Ein TT-Tacho mit Zusatzanzeigen sorgt für die Geschwindigkeitskontrolle. Für die sichere Führung ist eine Klassische Tommaselli Lenkstange zuständig.

SWT-SPORTS Boxer nach der Wäsche

Frisch geduscht, der EnduroBoxer von SWT-SPORTS

Ein Hingucker ist der wunderschöne G/S Paris-Dakar Tank. Das Rahmenheck hat ein Kollege von Henning selbst gemacht. Ein Meisterstück. Für den sportlichen Touch sorgt der Acerbis Baja Hinterradkotflügel, der hier mit TÜV konformem Rücklicht und Nummernschildplatte ausgestattet ist.

Mit sportlichen Heckkotflügel von Acerbis

Der Baja Kotflügel macht ein tolles Heck, der EnduroBoxer wirkt sportlich und leicht.

Da der alte Kabelbaum nichts mehr war, hat Henning sich für eine M-Unit entschieden.
Den Motor, der auf einer R 80 GS basiert, hat auf 1000ccm Siebenrock  Zylinder , eine 320er Nockenwelle und Doppelzündung. Die 32er Vergaser sorgen für einen ruhigen Motorlauf.
Für einen guten Ton sorgt die ZACH Abgasanlage.

Einfach ein tolles Bike, ein voller Hingucker.
Respekt an Henning

TEXT Henning / Schad

Link zum Kategorie Umbau im Shop

Weitere Bilder hier…..

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Lebenstraum, ein spannender Trip durch die russische Förderation

SWT-SPORTS BMW Motorrad Boxer

Alles für die Tour vorbereitet. Der BMW Motorrad Boxer von Moritz Fischer

Im Winter 2017/2018 tat sich eine Gelegenheit auf, sich den Traum einer großen Fernreise auf unseren alten BMWs zu erfüllen. Früher hatte ich oft über eine Südamerikareise nachgedacht. Doch je mehr ich über die Ausgestaltung einer solchen Reise nachdachte, desto attraktiver fand ich den Gedanken, die Reise mit den Motorrädern zu Hause zu beginnen und dann auch wieder auf eigener Achse zurückzukehren. Dieser Wunsch ließ sich mit Südamerika natürlich nicht vereinbaren. So kam dann schnell Faszination über eine Fahrt entlang der ehemaligen Seidenstraße von Deutschland aus bis in die Mongolei und wieder zurück auf. Der geeignete Reisepartner war mit meinem Bruder schnell gefunden, es brauchte nicht viel Überzeugungsarbeit.

Die Reise sollte uns durch Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Türkei, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, Kasachstan, über den Zipfel Russland in die Mongolei und von dort aus wieder zurück nach Russland an den Baikal See führen. Von dort sollte die Reise bis Moskau auf der transsibirischen Eisenbahn weitergehen. Ab Moskau wieder auf eigener Achse durch Lettland, Litauen und Polen zurück nach Deutschland.

Aus bestimmten Gründen waren für die Vorbereitungen nicht viel Zeit. Die Reise sollte im Mai 2018 beginnen. Die eigentlichen Tourvorbereitungen starteten Mitte Januar. Daher war ich heilfroh, dass Manuel mit mir in den vergangenen drei Jahren den Umbau von einer R80/7 zu einer Reiseenduro schon realisiert hatte. Mein Bruder würde auf seiner R60/7 mit 800er Zylindern starten. In den verbleibenden dreieinhalb Monaten überholten wir die Motoren und Getriebe und passten die Gepäck- und Tanksysteme auf die großen Strecken an. Bei der Einholung der erforderlichen Visa nahmen wir eine Agentur zur Hilfe, eine wichtige Entscheidung. Das letzte Visum traf eine Woche vor Reisebeginn ein. Die verbleibende Zeit wurde mit Vorbereitungen zu Streckenplanung, Campingequipment, Kartenmaterial, GPS bzw. Sattelitentelefon, Reiseapotheke, Impfungen, Bargeldreserven etc. nicht langweilig. Die Vorbereitung war sehr intensiv und in einem kürzeren Zeitraum sicher nicht möglich gewesen. Aber es hat ja alles hingehauen…

BMW EnduroBoxer 2-Ventil Klassiker

Die Reisemaschinen, BMW Motorrad BOXER mit Kardanwelle und groben Reifen.  Bild: Moritz Fischer

Am 01.05.2018 schwangen wir uns wie geplant in Frankfurt auf die Motorräder. Es war ein merkwürdiges Gefühl, die altbekannte Straße nicht mit dem Ziel zu verlassen, kurz etwas in der Stadt zu besorgen, sondern jetzt einfach bis in die Mongolei zu fahren.

In den ersten Tagen hieß es Kilometer fressen. Angesichts der Tatsache, dass wir für die Reise auch „nur“ dreieinhalb Monate Zeit hatten bis wir wieder an unseren Studienorten sein mussten, war eine gewisse Zeitplanung unabdingbar. Bis Istanbul wird man nochmal kommen, dachten wir uns und bewältigten die Strecke über Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Bulgarien bis Istanbul innerhalb von fünf Tagen. Hier gönnten wir uns eine ordentliche Verschnaufpause und besichtigten diese wunderbare Stadt. Weiter ging es mit der Fähre nach Bursa, wo wir im Hamam kurz all den Regen und die Kälte vergaßen. Auf dem Weg durch das unglaublich warmherzige Zentral- und Ostanatolien mit einem kurzen Abstecher zum Schwarzen Meer wurde uns jedoch klar, dass all die Warnungen vor der Türkei im Mai nicht ganz unberechtigt waren. Es regnete ununterbrochen und selten gab es Temperaturen über 15 Grad. Als wir eines Abends nach Erzurum einfuhren, lag Schnee. Dafür entschädigten uns tolle Landschaften, insbesondere der Blick auf den Ararat, sowie eine Fülle an Kulturschätzen, wie z.B. das Sumela-Kloster und die historische Stadt Ani an der armenischen Grenze.

Die beiden Reise-Boxer-Motorräder vor dem schnee bedekten Gipfel.

Es sieht nicht nur kalt aus, es ist auch kalt!           Ararat     Bild: Felix Fischer

Bei der Einreise in den Iran erwartete uns die erste „echte“ Grenze. Grenzbeamte, die als solche nicht erkennbar waren, Devisenhändler, die uns für „Hilfe“ bei den Formalitäten in der Pflicht sahen, überteuerte Rial zu kaufen, Unmengen an Formularen und Zetteln, deren Inhalt wir nicht lesen konnten, und das Vorsprechen in mehreren verschiedenen Büros, deren Funktion uns nicht ersichtlich war. Immer freundlich nicken und sich der eigenen Pässe notfalls mit Gewalt erwehren, das waren die Lektionen, die uns an den zahllosen noch folgenden Grenzen gute Dienste erwiesen.

Ein ausgetrockneter See in Iran. Der größte Binnensee des Iran

Urmia See , zwei Einheimische mit dem Motorrad   Bild: Moritz Fischer

Dafür war es endlich warm! Und mit warm, meine ich eigentlich heiß. Der Temperaturunterschied von bis zu etwa 30 Grad zwischen Ostanatolien und dem Nordwestiran fühlte sich astronomisch an. Nur die Wärme der Menschen blieb auch im Iran konstant. Gleich am ersten Abend wurden wir das erste Mal von wildfremden Menschen nach Hause eingeladen. Nachdem wir in der Türkei immer dankend abgelehnt hatten, ließen wir es nun mal auf einen Versuch ankommen. Es war eine tolle Erfahrung und die Erkenntnis, dass es unseren Gastgebern fast noch mehr Freude als uns bereitete, uns zu beherbergen, vertrieb das anfängliche Unbehagen und öffnete uns für den Rest der Reise all den hilfsbereiten Menschen am Wegesrand. In einem kleinen Ort direkt am leider zu großen Teilen ausgetrockneten Urmia-See besuchten wir die Familie einer Freundin aus Deutschland. Wie herzlich wir unbekannter Weise im Familienkreise aufgenommen wurden, lässt sich nur schwer beschreiben. Es war jedenfalls – ich wiederhole mich – ein Lehrstück der Gastfreundschaft. Darüber hinaus gab es uns auch die Möglichkeit, etwas darüber zu erfahren, wie die Menschen im Iran tatsächlich leben und denken. Am wichtigsten für uns und durch viele weitere Bekanntschaften bestätigt: Jeder, den wir trafen, dürstete nach Erfahrungen und Berichten aus dem Ausland, der größte Teil der iranischen Bevölkerung erschien uns unglaublich gebildet, fast jeder hat studiert, und die Religion spielte im verborgenen Familien- bzw. Freundeskreis eine viel kleinere Rolle als man annehmen würde. Von den neu gewonnen Freunden wurden wir noch durch Tabriz mit dem umwerfenden überdachten Basar geführt bevor es für uns weiter nach Teheran ging.

Einkaufspassage im Iran, Tabritz, mit dem Boxer auf Reise

Tabritz im Iran                          Bild: Felix Fischer

Teheran war ein Kapitel für sich. Während wir uns durch den anarchischen Verkehr zu unserer Unterkunft durchschlugen, bemerkte ich ein beunruhigend lautes Klackern aus dem Ventilbereich. Um es kurz zu machen: Die Demontage der Zylinderköpfe und der Ventile im Metallhandel des Vaters des Hotelbesitzers ergab, dass ich nach dem Zylindertausch vor der Tour die Zylinderkopfmuttern und das Ventilspiel wohl einmal zu wenig überprüft hatte. Anfängerfehler. Das Setzen der Papierfußdichtung hatte zu geringes Ventilspiel zur Folge, woraufhin die Auslassventile so in den Führungen schlackerten, dass es ein Glück war, dass sie noch nicht abgerissen waren. Jetzt rannte die Zeit! Bis zur durchs Visum festgelegten Einreise nach Turkmenistan waren nur noch 10 Tage Zeit. Durch sensationelle Unterstützung von zu Hause wurden noch am selben Tag neue alte Köpfe per DHL Express nach Teheran geschickt. Wir nutzten die Zeit, um mit dem Bus gen Süden nach Isfahan zu reisen. Dort besichtigten wir diese zauberhaft orientalische Stadt und sahen das erste Mal Sanddünen. Aber nichts konnte die Gedanken von den Zylinderköpfen ablenken. Damit würde die Tour stehen oder fallen, wer sich die Karte anschaut, sieht wie schwierig es ist, ohne Turkmenistan weiterzukommen. Letztlich bliebe nur noch die unsichere Fährverbindung von Baku (Aserbaidschan) aus nach Kasachstan. Nach fünf Tagen konnten wir die neuen Teile jedoch endlich aus dem Zoll in Teheran lösen. Und als dann der Einbau gelang und wir uns wieder auf eigener Achse durch die Berge ans kaspische Meer und weiter an die turkmenische Grenze schlugen, war der Zwischenfall schnell vergessen. Das Land ist atemberaubend!

Mit dem BMW Motorrad Reiseboxer durch den IRAN

Nord-Ost Iran mit dem SWT-SPORTS BMW Boxer   Bild: Felix Fischer

 

Mit dem SWT-SPORTS EnduroBoxer durch den IRAN

Nord-Ost Iran mit dem 2-Ventil BMW Motorrad Boxer   Bild: Felix Fischer

Rechtzeitig standen wir an der Grenze bei Asgabat. Die Turkmenen machten uns die Einreise noch schwerer als die Iraner. Wir ertrugen aber alle Schwierigkeiten mit stoischer Ruhe. Waren wir doch glücklich, überhaupt ein Transitvisum (5 Tage) für Turkmenistan ergattert zu haben. Wie wir im Laufe der Reise erfahren sollten, gehörten wir damit zu einem kleinen Kreis von „Auserwählten“. Die Einfahrt nach Asgabat war irre. Man fährt von den Bergen runter Richtung Karakum-Wüste und erwartet ein armes, nomadisch geprägtes Land. Die „weiße Stadt“ verblüffte uns mit riesigen weiß-goldenen Bögen, Statuen, Fassaden, mit klimatisierten Bushaltestellen und breiten perfekten Straßen, auf denen ausschließlich weiße glänzende Autos fahren. Eine unwirkliche Welt, die allerdings auch sofort hinter der Stadtgrenze aufhört.

Das Tor in die Hauptstadt Turkmenistans mit dem BMW Motorrad Boxer. Aschgabat ist die größte Stadt des Landes.

Einfahrt nach Aschgabat die Hauptstadt Turkmenistans   Bild: Felix Fischer

Aufgrund des kurzen Visums ging es noch am selben Tag in die Wüste, um den bekannten „Feuerkrater“ Derweze noch am Abend zu erreichen. Den Abzweig von der schlaglochzersetzten Straße auf die Sandpiste Richtung Krater erreichten wir allerdings erst nachts. Im Dunkeln wühlten wir uns durch unseren ersten tiefen Sand. Mitten in den Dünen fiel die Zündung meines Bruders aus. Nachts. Mitten in der Wüste. In Turkmenistan. Nach stundenlangem hin und her Wechseln von allen möglichen zündungsrelevanten Teilen die Erkenntnis: ein zur Sicherheit eingebauter Zündunterbrechungsschalter hatte in der Hitze den Geist aufgegeben. Glück im Unglück! Der Schalter musste nur kurz überbrückt werden und die R60 brummte wieder in die nächtlichen Wüste. Die Belohnung für diese Zerreißprobe der Nerven war der Feuerschein am Horizont.

 

Mit dem Motorrad in die Mongolei , durch den Iran und Tuckmenistan

Der Krater von Derweze befindet sich in der Wüste Karakum nahe der Ortschaft Derweze in Turkmenistan. Er entstand 1971 bei der Suche nach Gasvorkommen. Da der Krater seit 1971 aufgrund des entströmenden Gases in Flammen steht.        Bild: Felix Fischer

Nachts um vier erreichten wir den Krater und er erwartete uns mit dem Gefauche und der infernalischen Hitze des verbrennenden Erdgases. Nach einer kurzen Nacht – um ca. 6 Uhr wird es so heiß, dass an nichts anderes als Fahren oder Pause im Schatten zu denken ist – ging es erschöpft zurück nach Asgabat. Hier trafen wir eine am Vortag getroffene Bekannte wieder, sodass wir hautnah erleben konnten, wie wenig die glänzenden Fassaden in Asgabat zu dem Leben hinter denselben passt. Von dort aus ging es in den folgenden Tagen bis nach Türkmenabat an der usbekischen Grenze.

Buhara in Usbekistan. Ein Traum der Seitenstraße.

Buchara, usbekisch Buxoro, ist die Hauptstadt Usbekistans Bild Felix Fischer

In Usbekistan besuchten wir zunächst Bukhara, den Aydar Ko‘l und Samarkand. Die beiden sagen-umwobenen Städte erinnern mit ihren blauen Kuppeln und uralten Moscheen aus Lehm tatsächlich den Erzählungen aus tausend und einer Nacht. Entfernt man sich aus dem historischen Stadtkern ist der sowjetische Einfluss natürlich nicht zu übersehen. Leider ist es in Usbekistan empfehlenswert (die tatsächliche Rechtslage wird wohl mehr oder weniger willkürlich ausgelegt), sich jeden Abend in einem akkreditierten Hotel polizeilich registrieren zu lassen. Das macht wildes Zelten und Aufenthalt bei Bekannten leider sehr schwierig. Mit ein bisschen Mut oder Verhandlungsgeschick lässt sich das aber organisieren. Wir haben es auch geschafft und machten daher bei Verwandten von Bekannten aus Deutschland in der modernen Hauptstadt Tashkent Halt. Neben dem tollen Aufenthalt im Kreise der Familie nutzten wir die Station um vorsorglich neue Hinterradreifen aufzuziehen, die wir bereits vorher aus Deutschland verschickt hatten.

Mit der BMW GS zum Aydarsee in Usbekistan

Auf dem Weg zum Aydarsee – Aydar Ko´l    Bild: Felix Fischer

Erholt und mit frischen Motorrädern ging es von Tashkent aus nach Süden. Noch am selben Tag überquerten wir die tadschikische Grenze. Bereits kurz dahinter begannen hohe Berge mit Schneefeldern und langen unbeleuchteten Tunneln. Irgendwie verrückt, wenn man die Wochen vorher nur die Hitze in der Wüste kannte. Von Duschanbe aus startet der berüchtigte Pamir Highway.

Eine spannende Fahrt auf dem Pamir Highway mit den Boxern

Pamir Highway Zentralasien   Bild: Felix Fischer

Wir folgen der gesamten Strecke der M41. Kurz hinter Duschanbe sind die Straßen bereits in katastrophalem Zustand. Der Straßenbelag ist oft nur noch zu maximal 10% vorhanden, was die Fahrt viel beschwerlicher macht, als auf einer normalen Schotter- oder Sandpiste. 60 km/h sind hier oft schon lebensgefährlich. Wir kommen nur langsam voran. Die Landschaften und die Gastfreundlichkeit der Bewohner der wirklich extrem entlegenen Pamir-Dörfer entschädigen uns für die Anstrengungen. Wie entlegen diese Gegend unmittelbar an der afghanischen Grenze ist, versteht man, wenn man mehrere Tage ohne Versorgung bis zum nächsten größeren Ort braucht. Hier müssen wir die größte Strecke der Reise ohne Benzinversorgung – 450 Kilometer – bewältigen. Je höher und weiter wir in das Gebirge vordringen, desto beeindruckender wird die Szenerie. Auf den Hochebenen um die 4000m über dem Meer sieht alles aus wie auf dem Mars. Die Menschen hier haben 8 Monate Winter im Jahr. Unvorstellbar, wie man in dieser kargen Gegend auch noch ohne externe Stromversorgung überleben kann. Für uns und fast alle anderen Reisenden steigert sich dieses lebensfeindliche Gefühl sicher auch mit dem Einsetzen der Höhenkrankheit. Wir haben nur ein paar Tage Kopfschmerzen. Viele hängen auch mit Übelkeit in Homestays fest. Auf dem Weg von Murgab entlang der chinesischen Grenze auf nach Kirgistan überrascht uns eine fette Bodenwelle im ausnahmsweise mal guten Asphalt. Mein Bruder stürzt heftig. Glücklicherweise ist ihm bis auf eine Schramme nichts passiert. Den Bremszylinder der Vorderradbremse, Spiegel und Scheinwerfer hat es aber mitgenommen. Wir sammeln die Reste ein und machen uns nur mit einer Trommelbremse am Hinterrad weiter auf den Weg. Kurz danach der wortwörtliche Höhepunkt: der Ak-Baital-Pass auf 4655m Höhe!

Mit dem BMW Motorrad Boxer im Pamir Gebirge

Pamir Gebirge mit dem BMW Motorrad Boxern   Bild: Felix Fischer

Noch am selben Abend passieren wir den kirgisischen Grenzposten und schlagen unser Zelt bei atemberaubenden Panorama mit Pik Lenin mit über 7000m im Hintergrund auf. Wieder einmal ist es das, was uns von der Anstrengung und der beißenden Kälte im Zelt auf 3750m ablenkt. Hier treffen wir auch das erste Mal richtige Nomaden. Die Ebene ist durch Jurten weiß getupft und ein Kirgise stattet uns einen neugierigen Besuch zu Pferd ab. Wir dürfen sogar kurz aufsitzen. Wir zeigen ihm die Motorräder und verstehen uns auch ohne Worte.

Im Pamir Gebirge treffen unsere Boxer BMW Motorräder und wir auf Einheimische.

Besuch Einheimischer im Pamir Gebirge   Bild: Moritz Fischer

Endlich wieder auf normalem Niveau in Osh (Kirgistan). Eine von Ausländern betriebene Motorradwerkstadt mit hauptsächlich Yamaha XT 600 Teilen kommt uns vor wie eine Oase. An dieser Stelle war das Rally-Fahrwerk von SWT das erste Mal nicht nur angenehm, sondern notwendig. Das Original-Fahrwerk meines Bruders hat den Belastungen nicht standgehalten. Das         viele Durchschlagen der Dämpfer hat die Streben des Gepäcksystems überfordert, sodass es so weggeknickt ist, dass die Gepäckbrücke das Rücklicht zerdrückt hat. Der Aufnahmebolzen für das Federbein am HAG hat sich nach unten verbogen, sodass es beinahe abgehauen wäre. Beide Dämpfer und ein Gabel-Wedi sind undicht. Mit ein bisschen Improvisation und Material aus der Werkstadt bekommen wir bis auf die Dämpfung aber alles wieder hin. Auch den Ausgleichsbehälter der Vorderradbremse gelingt es uns neu einzupressen! So geht es wieder voran.

Ein atemberaubendes Bild können wir in Kirgistan sehen.

Wilde Natur in Kirgistan   Bild: Moritz Fischer

Über die Kirgisischen Pässe und Hochebenen voll mit Jurten und Pferdeherden machen wir uns auf den Weg nach Bischkek und von dort aus weiter zum Issyk Kul. Dieser wunder-schöne See mit seinem kristallklaren Wasser und Stränden, gesäumt vom Tien Shan Gebirge ist ein absolutes Highlight. Wir wählen den Weg entlang des Südufers und reisen ganz im Osten Kirgistans nach Kasachstan ein. Nach einem einigen Reparaturen geschuldeten kurzen Zwangsaufenthalt in der überraschend modernen Stadt Almaty entscheiden wir mit Blick auf den Kalender, der kasachischen Steppe nicht allzu viel Zeit zu widmen. Wir verbringen einige harte Fahrtage auf den kasachischen Buckelpisten. Wieder bin ich heilfroh um das umgebaute Fahrwerk. Mit 80 km/h und überraschenden Bodenwellen stößt auch dieses an seine Grenzen. Mein Bruder flucht.

Unser BMW Motorrad 2-Venitl Boxer auf russischen Boden

Der erste Zwischenstopp in Russland mit unseren BMW Motorrad Boxern.  Bild: Felix Fischer

Endlich in Russland! Die Straßen zwischen Semei (Kasachstan) und Bernaul (Russland) sind gut, die Infrastruktur wieder deutlich besser und die Menschen sind freundlich. Für uns nach den zwar auch sehr schönen, aber doch wirklich sehr anstrengenden vergangenen Wochen fast ein bisschen Wellness. Die Entspannung kommt wahrscheinlich auch daher, dass das Altai Gebirge im Länderviereck Kasachstan, Russland, Mongolei, China grün, kühl und mit klaren Gebirgsbächen durchzogen ist.

Mit seinen Wäldern und grünen Wiesen fühlt es sich für uns heimisch an. Ein Glück, dass es uns hier so gut gefällt. Wir dürfen das Gebiet noch nicht verlassen. Wie es der Zufall will, erreichen wir die mongolische Grenze ausgerecht an Naadam, dem mongolischen Nationalfest. Die Grenze – nicht nur unsere – bleibt für die vollen fünf Festtage geschlossen. Schade, dass wir das Fest so nicht miterleben konnten. Die Zwangspause im wunderschönen Altai Gebirge tat uns aber auch sehr gut!

Am Tag der Grenzöffnung sind wir früh an der Grenze. Trotzdem zieht sich die Warteschlange aus Autos und Lastwagen schon etwa einen Kilometer. Uns scheint es so, als hätten einige vor der Grenze in den Autos übernachtet. Die Hoffnung schwindet, dass wir noch am selben Tag einreisen können. Es wird schließlich jedes Auto durchsucht etc.. Doch die Motorradfahrersolidarität besteht auch noch bzw. gerade weit weg von zu Hause. Wie sich herausstellt, waren wir nicht die einzigen Motorradreisenden, die gewartet haben. Man erzählt uns, dass Motorräder an der Grenze Vorrang hätten und wir vorfahren sollten. Einige Versuche von aufgebrachten Mongolen, uns davon abzuhalten, wurden von bestimmten Grenzsoldaten sofort unterbunden. Motorcycle travelers first! Die Russen sammeln weiter fleißig Sympathiepunkte.

Ein Festtag in der Mongolei auf unserer Reise durch Asien.

Mongolei    Bild: Felix Fischer

Da sind wir ja schon! Unser Reiseziel: Die Mongolei! Wie wir festgestellt haben, muss man einfach nur besonders lange nach Osten fahren, um anzukommen. Eigentlich ein Kinderspiel. Eigentlich…

Wir haben einen regenreichen Sommer erwischt. Ölgii, einer der ersten mongolischen Städte nach der Grenze, finden wir überschwemmt und mit Stromausfall vor. Die Mongolen zeigen uns Bilder von schwimmenden Autos im niedriger gelegenen Stadtkern. Die heiß ersehnte warme Dusche bleibt aus. Man rät uns, es nicht mit der Nordroute zu versuchen. In den mongolischen Bergen kämen die Leute momentan noch nicht einmal mit den Geländewägen weiter. Als wir am nächsten Morgen aufbrechen, ist die von den Bergen heruntergekommene Flut schon wieder abgelaufen, die Schäden sind aber unübersehbar. Wir sind uns sicher: Wir versuchen es im Süden.

Auf dem 2-Ventil GS Boxer in die Mongolei.

Mongolei mit dem BMW 2-Venitl Boxer    Bild: Moritz Fischer

Auf dem Weg durch die Berge Richtung der Stadt Altai wurden wir durch Zufall Zeuge eines traditionellen mongolischen Fests. Es wurde gerungen, getanzt und der traditionelle Kehlkopfgesang aufgeführt. So unvermittelt, wie wir die festlich gekleideten Menschen vom Wegesrand entdeckten, so schön war das Erlebnis. Noch dazu schien es eine wirklich authentische Veranstaltung zu sein. Außer uns waren nur etwa vier andere auch zufällig dazugestoßene Touristen dort. In Zeiten von massenhaftem Kulturtourismus bin ich bei solchen Veranstaltungen sehr vorsichtig geworden. Sowohl was die Authentizität als auch was die Kommerzialisierung und damit womöglich die Zerstörung ganz eigener Kulturen und Riten betrifft.

Weiter Richtung Süden beginnt die wüstenartige Gegend. Endlose Ebenen mit nichts, das das Auge fängt. Hier trifft die allgegenwärtige Vorstellung der Mongolei als das Land der endlosen Weiten wirklich zu. Trotzdem trifft man selbst hier, wo kaum ein Grashalm steht, ca. alle 10 Kilometer eine Jurte. Das Land ist zwar unfassbar dünn, aber doch sehr konstant besiedelt. In der Mongolei ist die nächste Jurte nie besonders weit. In Altai entschieden wir uns durch das Landesinnere in den Norden zu fahren. Der Weg bis Mörön über Uliastai war beschwerlich. Hier hörten die Straßen endgültig auf und wir hatten hunderte von Kilometern Offroadpiste vor uns. Durch wüstenartige Gebiete bis zunehmend grünen, später mit Kiefern bewachsenen Hängen jagen wir durch die Landschaft. Man fühlt sich mit seinen 80 km/h auf guten Pistenabschnitten wie ein Rally Dakar Fahrer. Als im Norden der Regen wiedereinsetzt und die Pisten sich in wassergefüllte Schlaglochbänder oder schlammige Wiesenabschnitte verwandeln wird es wieder erschöpfend. Wir sind an diesem Punkt der Reise schon beinahe mit der Regenkombi verwachsen. Das ist auch gut so, denn die Temperaturen liegen oft nur noch bei etwa 10 Grad und die Sonne zeigt sich für einige Tage so gut wie nie. Hier wird eine feuchte Montur ohne Möglichkeit einer Hotelübernachtung für zwei bis drei Tage schnell zum echten Problem. In Mörön ist uns der Luxus eines festen Dachs über dem Kopf das erste Mal wieder möglich.

Mit dem BMW Motorrad Boxer am zweitgrößten See der Mongolei

Khovosgol Nuur der zweitgrößte See der Mongolei    Bild:  Moritz Fischer

Nach einem kurzen Aufenthalt entscheiden wir uns, den Khovsgol Nuur ganz im Norden zu besuchen und von dort aus über kleine Orte Richtung Süd-Osten wieder auf die Hauptstraße nach Ulaanbaatar zu gelangen. Der See ist umwerfend. Kristall-klares Wasser mit Kiefernwäldern bis ans Ufer und eine allesumfassende Stille. Die Pisten um den See und von ihm weg Richtung Osten sind dagegen ungemütlich. Es gibt oft nicht mehr als eine ausgefahrene Spur, die regelmäßig auseinandermäandert, links und rechts um einen Hügel führt und sich danach wieder vereint. Eine Navigation ohne GPS erscheint uns hier fast unmöglich. Je weiter wir uns vom See entfernen, desto schwieriger wird das Terrain. Wir gelangen an mehrere Furten, die wir nur mit Mühe bewältigen. Insbesondere der Luftfilter der tiefer liegenden R60 muss mehrmals am Feuer getrocknet werden, bevor der Motor wieder anspringt. Zweieinhalb Tagesetappen Offroad vom See entfernt müssen wir aufgeben. Die entscheidende Furt durch einen Fluss ist so tief und breit, dass eine Durchfahrt selbst mit einem Truck eng geworden wäre. Wir entschließen uns, umzukehren. Nach insgesamt fünf Tagen fordernden Pisten mit Schlamm, Wasserlöchern und Furten haben wir wieder Asphalt unter den Rädern. Wie schön das doch sein kann!

So grün stellt man sich die Mongolei gar nicht vor. Mit BMW Motorrad Boxer.

Mongolei mit einer wunderschönen Natur         Bild: Moritz Fischer

Von Regen, schlechten Straßen und der letzten Woche erschöpft entscheiden wir uns, den Rat anderer Reisender anzunehmen, Ulaanbaatar nicht nur der Stadt selbst wegen zu besuchen. Der Tenor: Wer eine mongolische Stadt kennt, kennt sie alle. Wir wissen nicht, ob wir der Hauptstadt damit Unrecht taten, schlugen wir doch den direkten Weg an die russische Grenze über die Straße nach Ulan-Ude und den Baikal See ein. Kurz hinter Ulan-Ude fahren wir durch eine Kurve auf einmal der untergehenden Sonne entgegen. Der Scheitelpunkt der Reise! Von nun an geht es wieder gen Westen. Ein unwirkliches Gefühl, gleichzeitig so banal und doch erhaben.

Schnell wird eine Transport-Palette für die Reise mit der Eisenbahn gebastelt. BMW Motorrad Boxer

Bahnhof Irkutsk, das Verladen des BMW Motorrad Boxer     Bild: Moritz Fischer

Unsicher, wie sich der Transport der Motorräder mit der Transsib organisieren lässt, treffen wir nach einer kurzen Zeit am endlosen Baikal See in Irkutsk ein. Was aus Europa schwierig bis gar nicht zu recherchieren war, stellt sich als ein Kinderspiel heraus. Direkt am Bahnhof von Irkutsk hat eine Spedition ihr Büro, die sich auf den Motorradtransport mit dem russischen Postzug spezialisiert hat. Wir schicken die Motorräder voraus und nehmen den schnelleren Personenzug nach Moskau. Drei Nächte und vier Tage Birken und Sumpf. Schön aber langweilig. Für uns aber trotzdem eine Erholungstour, einmal die Verantwortung fürs Vorwärtskommen abgeben. Wann hat man das letzte Mal so mühelos 6500 Kilometer zurückgelegt? Und dann auch noch Richtung Heimat. Für diejenigen, die jetzt (wie ich auch schon wieder) der nächsten Reise entgegenfiebern, klingt das nach einem Frevel. Schnell nach Hause kommen wollen, ohne auch wirklich alles mitzunehmen? Niemals! Doch. Irgendwann schon.

Sightseehing in Moskau

Moskau, eine lebendige Stadt    Bild: Moritz Fischer

So war es gut, dass wir in Moskau zwei Tage auf das Eintreffen der Motorräder warten mussten. Moskau ist eine unglaubliche Stadt mit gigantesken Gebäuden. Nach der Mongolei kommt sie uns wie die Zukunft vor. Moderne Hochhäuser, teure Autos, perfekt saubere Straßen und Menschen in weißen Hemden. Weiße Hemden! Uns wird klar, wie lange wir in einer Umgebung waren, in der so etwas eine absurde Idee wäre.

Zwei Tage Sightseeing sind in diesem Stadium der Reise für uns selbst in Moskau genug. Als unsere BMWs am Bahnhof eintreffen, befreien wir sie von den Holzkäfigen, bepacken sie und machen uns auf den Weg aus der Stadt. Das dauert in Moskau seine Zeit. Aber mit dem Ende der Reise vor Augen wird das Sitzfleisch geduldiger. In fünf Tagen fahren wir von Moskau über Lettland, Litauen und Polen zurück nach Frankfurt. In diesen Tagen sind wir vor allem von einem fasziniert: Ein Straßenschild und nicht mehr markiert den Grenzübergang. Während wir auf dem Motorrad die Fäuste recken, weiß jeder, was der andere denkt. Er denkt an all die Stunden, die wir mit Warten an den Grenzen verbracht haben; all die ausgefüllten Zettel, die am Ende niemanden interessierten; an all die armen LKW-Fahrer, die in kilometerlangen Schlangen im Führerhaus übernachteten. Und hier heißt die A4 sogar schon in Polen A4. Wir wissen manchmal nicht was wir haben mit der Europäischen Union. Wir fühlten uns schon in Lettland wieder zuhause im eigenen Land!

Zuhause       Bild: Moritz Fischer

Trotzdem: ganz zu Hause ist eben die altbekannte Straße in Frankfurt, die wir vor etwas mehr als 21000 Kilometern auf eigener Achse und dreieinhalb Monaten in die andere Richtung verließen. Ankommen ist so unspektakulär. Alles beim Alten. Wir waren halt mal ein bisschen länger weg als sonst, die Motorräder sind etwas schmutziger als sonst und wir haben ein bisschen mehr zu erzählen als sonst. Aber dieses Altbekannte ist es ja gerade, was uns erst raus in die Welt und dann wieder zurück treibt.

 

Text: Moritz Fischer  Bilder:  Felix und Moritz Fischer / SWT-SPORTS

BMW Boxer auf klassischer 2-Ventil Basis

Mit dickem SAUER – Aluminium Tank auf große Reise

SWT-SPORTS BMW Reiseumbau

SWT-SPORTS BMW Motorrad mit USD Gabel und Zweiarmschwinge mit großen Koffern für die Tour

BMW Motorrad SWT-SPORTS Boxer von Moritz Fischer

SPASS – Moritz und Manuel beim Abschied. Abholung SWT-SPORTS

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BMW Motorrad R 100 G/S im Look der Siegermaschine PARIS – DAKAR von 1985

SWT-SPORTS BMW Motorrad Boxer Dakar Bike

Die BMW Motorrad Dakar Replika von Thomas

Bei unserem ersten Kontakt teilte Thomas uns mit, dass Motorradfahren und -schrauben für ihn eine Leidenschaft bedeutet.
Beruflich habe er viel mit Publikum zu tun, doch während seiner Schrauberstunden kann er sich richtig entspannen und die Evolution eines Motorradumbaus genießen.
Laut seinen Erzählungen hat er schon einige schöne und seltene Bikes besessen. Doch die schönste Zeit ist für ihn die Zeit der Reparatur und des Aufbaues seiner jeweiligen Projekte. Danach ist es oft so, dass der Staub über den fertig gestellten Schmuckstücken steht.

Dakar Replika mit HPN Tank

Mit dem HPN Motorradtechnik Tank kommt der Boxer richtig toll

Wir durften dem Hobbyschraube beim Veredeln des G/S Rahmens und dem Umbau der Schwinge behilflich sein. Dies sind die Komponenten, die eine Paris-Dakar Replika ausmachen. Thomas kam mit einem BMW R 80 G/S Rahmen samt Stahlschwinge zu uns nach Üchtelhausen. Der Auftrag war klar, es solle eine Replika der bekannten Wüstenschiffe von HPN und Co. geben.

BMW Umbau im Paris Dakar Look

BMW SWT-SPORTS EnduroBoxer im PARIS DAKAR Look

Doch während seiner ausführlichen Recherche musste er feststellen, dass es wenig Anhaltspunkte gibt, an denen man ein solches Bike bemessen kann. Jedes Jahr veränderte sich die Technik und somit auch das Aussehen. Und um eine gute Replika auf die Räder zu stellen, sollten Gabel, Federbeine und auch der Rest zusammen passen.

EnduroBoxer im Rallye Trimm von SWT-SPORTS

Ein Dickschiff für den Rallye Einsatz – Der SWT-SPORTS Boxer von Thomas

Doch einen originalen HPN oder Sauer Tank bekommt man auch nicht an jeder Ecke.
Auch die Finanzen sind bei einem Aufbau Typ Wüstenrennen schnell ausgeschöpft.
Thomas hat sich wie gesagt auf Basis einer R 80 G/S seinen Traum vom Rallye Bike der 80er erfüllt. Die Marzocchi M1 Gabel mit dem klassischen Vorderrad und der kleinen BREMBO Bremsanlage stammt wie viele andere Teile seines Dakar-Projektes aus der Zeit der Wüstenrenner. Der Motor ist ein R 100 GS Boxer mit einem SIEBENROCK Power Kit und einer großen Ölwanne. Die G/S Schwinge erhielt einen zweiten Schwingenarm. Die Verkleidung der Scheinwerfer , Heckkotflügel und der Tank wurden im Auftrag der Edelschmiede HPN in Seibersdorf produziert.

SWT-SPORTS Boxer im klassische Paris Dakar Design

2-Ventil Boxer im klassischen PARIS-DAKAR Styl

Das Hinterrad ist eine G/S Bremstrommel mit einem 3.00×17 Felgenring.
Der Heckrahmen ist eine Eigenproduktion von Thomas. Die Tasche auf dem Hinterradkotflügel hat laut Thomas schon einmal Dakar gesehen.

LINK ZUM SWT-SPORTS UMBAU NR. 46

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